Herzlich willkommen in meinem Blog.
In dieser Blogreihe teile ich Gedanken, Erfahrungen und Impulse aus meiner langjährigen Arbeit als Sozialpädagogin, systemische Therapeutin, systemische Coachin und Mediatorin.
Im Mittelpunkt stehen Menschen, Beziehungen und die Systeme, in denen wir leben und arbeiten- Familien, Teams, Organisationen und die Gesellschaft.
Mich beschäftigt immer wieder die Frage, wie Veränderung gelingen kann. Nicht durch Schuldzuweisungen oder einfache Lösungen, sondern durch Selbstreflexion, gelingende Beziehungen und die Bereitschaft, neue Perspektiven einzunehmen.
Die Beiträge laden dazu ein, systemische Zusammenhänge verständlich zu betrachten, den eigenen Handlungsspielraum zu entdecken und Veränderung als gemeinsamen Prozess zu verstehen.
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen und vielleicht den einen oder anderen neuen Gedanken, den Sie mit in Ihren Alltag nehmen können.
"Das Ich gestaltet das System und das System gestaltet das Ich."
Teil 1
Das Ich im System.
Weshalb Veränderung bei jedem Einzelnen beginnt.
Wir alle sind Teil unterschiedlicher Systeme.
Wir leben in Familien, arbeiten in Teams, begegnen Menschen in Organisationen und gestalten unsere Gesellschaft mit. Oft sprechen wir über diese Systeme, als wären sie etwas Eigenständiges.
Doch Systeme bestehen nicht aus Gebäuden, Strukturen oder Organigrammen.
Sie bestehen aus Menschen. Aus jedem einzelnen Ich.
Systemisches Denken bedeutet für mich deshalb, den Menschen nie losgelöst von seinem Umfeld zu betrachten. Gleichzeitig bedeutet es allerdings auch, das System nicht losgelöst von den Menschen zu sehen, die es jeden Tag gestalten.
Das Ich und das System beeinflussen sich gegenseitig.
Unsere Erfahrungen prägen unser Denken. Unser Denken beeinflusst unser Handeln. Unser Handeln wirkt auf unsere Beziehungen. Und unsere Beziehungen verändern wiederum das System, in dem wir leben oder arbeiten.
Dieses Wechselspiel begleitet uns jeden Tag, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen.
In meiner langjährigen beruflichen Tätigkeit durfte ich viele Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen begleiten. Immer wieder habe ich erlebt, dass nachhaltige Veränderungen selten dort beginnen, wo Menschen zunächst nach Lösungen suchen.
Sie beginnen häufig mit einer anderen Frage.
Nicht:
"Wer ist schuld?"
Sondern:
"Welchen Beitrag leiste ich selbst zu dieser Situation?"
Diese Frage ist nicht immer leicht. Und sie bedeutet keineswegs, die Verantwortung allein bei sich selbst zu suchen.
Im Gegenteil.
Sie eröffnet einen neuen Blick auf den eigenen Handlungsspielraum.
Denn dort, wo wir unseren eigenen Anteil erkennen, entstehen auch Möglichkeiten, etwas zu verändern.
Das gilt für Familien ebenso wie für Teams, Organisationen und Führungskräfte.
Natürlich beeinflussen Rahmenbedingungen unser Handeln. Zeitdruck, Ressourcenmangel oder belastende Lebenssituationen hinterlassen Spuren. Systemisches Denken blendet diese Realität nicht aus.
Gleichzeitig erinnert es uns daran, dass wir auch unter schwierigen Bedingungen Gestaltungsmöglichkeiten besitzen.
Nicht alles liegt in unserer Hand.
Aber oft mehr, als wir zunächst glauben.
Deshalb beginnt Veränderung für mich nicht zuerst bei neuen Konzepten oder Strukturen.
Sie beginnt mit einer Haltung.
Mit der Bereitschaft, sich selbst zu reflektieren.
Mit der Offenheit, andere Perspektiven einzunehmen.
Mit einem respektvollen Blick auf sich selbst und auf andere Menschen.
Es sucht keine Schuldigen.
Es sucht Zusammenhänge.
Und genau dort entstehen neue Möglichkeiten.
Denn das Ich gestaltet das System.
Und das System gestaltet das Ich. Vielleicht ist genau das die größte Stärke systemischen Denkens:
Impuls zum Innehalten
Vielleicht nehmen Sie sich einen Moment Zeit und betrachten eine Situation aus Ihrem eigenen Alltag:
